Geschichte

Die abwechslungsreiche Geschichte des DFC Leoben

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Die Gründermannschaft - Stehend von links nach rechts:
Holzer Brigitte, Ritzinger Waltraud, Pfeffer Anneliese, Krempl Ingrid, Ehweiner Elisabeth, Gorenak Dagmar, Trainer: Pernsteiner Johann
Hockend von links nach rechts:
Bösch Marina, Breuner Ingrid, Wimmer Sonja, Pfaller Renate, Ruckhofer Ulrike

 

Gründungsgeschichte und erste Jahre

 

Der Verein wurde am 1. Januar 1976 in einer Zeit in der sich Frauenfußball in Österreich fast ausschließlich auf die Bundesländer Wien und Niederösterreich konzentrierte, von Sonja Pohland in Leoben gegründet. Unter der Leitung von Johann Pernsteiner stellte die Leobener Damenmannschaft als bald ein Gegengewicht zum LUV Graz, dem damals einzigen spielstarken Verein der Steiermark dar.
Im Spieljahr 1978/79 nahm Leoben erstmals an der vom Wiener Fußballverband organisierten Damenliga Ost teil, die damals als oberste österreichische Spielstufe galt und konnte sich vor dem ESV Parndorf auf dem siebten und vorletzten Rang platzieren. Mit den starken Wiener Vereinen vermochten die Obersteierrinnen in den ersten Jahren nur schwer konkurrieren, doch nach einem letzten Tabellenrang im Jahr 1980 folgte sukzessive eine Verbesserung des Kaders und der Spielweise der Leobenerinnen, womit sich der noch junge Verein 1985 – in seinem erst zehnten Bestandsjahr – bereits auf den vierten Tabellenrang und das nur drei Punkte hinter dem damaligen Meister Ostbahn XI, vorarbeiten konnte.

Meisterehren und drei Pokalfinali
 

Seine größten Erfolge erzielte der 1. DFC Leoben in den beiden folgenden Spielsaisonen in denen sich der Verein jeweils ungeschlagen zum österreichischen Frauenfußballmeister kürte. In der Saison 1985/86 erarbeiteten sich die Leobnerinnen in vierzehn Spielen ein Torverhältnis von 35 geschossenen zu nur 12 erhaltenen Treffern und platzierten sich mit fünf Punkten Vorsprung auf den ebenfalls überraschend starken Lokalrivalen LUV Graz auf dem ersten Rang. Im Spieljahr 1986/87 verteidigte Leoben den Meistertitel souverän mit vier Zählern Vorsprung auf den Spitzenverein Union Kleinmünchen. Die Stärke der steirischen Fußballdamen lässt sich auch aus dem Torverhältnis von 44 erzielten zu nur zehn erhaltenen Toren nachvollziehen. In derselben Saison spielte sich der 1. DFC Leoben erstmals in das Finale des Cupbewerbs, schrammte mit einer 1:2 Niederlage gegen Union Landhaus aber knapp am erstmaligen Doublegewinn vorbei.
Die darauffolgenden Jahre brachten dem Verein immer wieder gute Platzierungen in der Meisterschaft, für einen Platz ganz vorne reichte es aber nicht mehr. Im Cupbewerb konnte man 1990 nochmals das Finale erreichen, unterlag aber dem SC Brunn/Gebirge mit 1:2. In der Meisterschaft driftete der Verein bis Mitte der 1990er Jahre langsam ins Mittelfeld und gegen Ende des Jahrzehnts immer mehr ans Tabellenende hin ab. Ein Hoffnungsschimmer zeigte sich in der Saison 1999/2000 mit dem dritten Einzug ins Cupfinale. Nach guten Partien gegen Stattersdorf (4:4 und 5:3 n. E.), Hellas Kagran (7:0) und Südost (2:0) ging aber auch dieses mit 3:5 gegen Union Landhaus verloren.

Erstmaliger Abstieg und Wiederaufstieg
 

Nachdem 2001 die Führung des Vereins an Hubert Greimer übergeben wurde, setzte es einen herben Rückschlag für den Damenverein aus Leoben mit dem erstmaligen Abstieg aus der Frauen-Bundesliga in der Saison 2002/03. In der 2. Division Süd erzielten der 1. DFC Leoben mit 128 Toren zwar die meisten Treffer der Liga, musste aber bis zuletzt um den Wiederaufstieg in die oberste Liga zittern. Am Ende der Saison gab aber das Rekordtorverhältnis von 128:12 den Ausschlag gegen den punktegleichen Rivalen aus Sankt Ruprecht, mit dem man gemeinsam die Liga dominierte (der Rückstand des drittplatzierten betrug respektable 21 Punkte).
Obwohl mit starken Ambitionen in die Bundesligasaison 2004/05 gestartet, wartete am Ende erneut der Abstieg in die zweite Leistungsklasse. 2005/06 konkurrierten die Leobnerinnen wiederum mit den Damen des DFC St. Ruprecht um den Aufstiegsplatz und holten sich schlussendlich mit fünf Punkten Vorsprung erneut den Meistertitel der 2. Division. Nachdem sich der Verein in den Relegationsspielen gegen den Ostligameister SV Horn mit 3:1 und 0:1 durchsetzten konnte spielen die Leobnerinnen nach einem Jahr Bundesligaabstinenz in der Saison 2006/07 wieder in der ÖFB-Frauenliga. Hier hatten die Leobnerinnen schwer mit den gegnerischen Mannschaften zu kämpfen und es wurde erstmals die Playoff eingeführt. Weiters konnte der Abgang einiger Spielerinnen nicht verkraftet werden und so konnten die Damen von Leoben nur zwei Punkte erkämpfen, was den Abstieg in die 2. Frauenliga Süd bedeutete. Da der Kader sehr klein war, wurden mit einigen Damenvereinen Gespräche geführt, um den Kader für die Spiele 2008/2009 aufzustocken. Mit dem FC Kammern wurde man sich einig und es wurde sogar eine zweite Mannschaft gemeldet. Der Start in die Saison war viel versprechend, es wurden die ersten Spiele gewonnen und die Leobnerinnen standen an der Tabellenspitze. Dieser Vorsprung wurde aber durch unnötige Niederlagen leichtfertig verspielt und so reichte es am Ende nur für den vierten Platz. Die Höhen und Tiefen zogen sich im darauf folgendem Jahr durch, weiters verunsichert wurden die Damen durch einen überraschenden Trainerwechsel. Es war nicht das Jahr der Damen aus Leoben, aber es reichte zum 5. Platz.

Neuwahl und Umstrukturierung

Nach langjähriger Tätigkeit wurde Hubert Greimer Amts müde und im Juni 2010 wurde die Führung des Vereins an Robert Hitzelberger übergeben. Nach völliger Umstrukturierung des Vereins, gelang es mit drei Jugendmannschaften und der Damenmannschaft in der Meisterschaft zu spielen. Ein Trainingslager im August 2010 gab den Damen den letzten Biss. Nach kurzen Startschwierigkeiten setzten sich die Damen langsam aber sicher an der Tabellenspitze fest. Härtester Konkurrent war hier der SC/ESV Parndorf aus dem Burgenland. Erstmals veranstaltete der DFC Leoben im Winter 2010/2011 ein Hallenturnier, das auch ein großer Erfolg war. Durch Unstimmigkeiten im Verein gab es im Jänner 2011 wieder einen Trainerwechsel, der aber sehr positiv auf die Damen und den Verein einwirkte. Die Frühjahrssaison 2011 hatte noch nicht begonnen und leider verletzte sich der Mittelfeldmotor, Michaela Glatz. Durch Ihre Verletzung fehlte sie die gesammte Frühjahrsaison, was auch auf die Spiele Auswirkungen hatte. Lange an der Tabellenspitze, verspielten die Damen durch ein Remis in St. Ruprecht im vorletzten Spiel den ersten Platz an Parndorf. Es reichte auch ein Sieg im letzten Spiel der Frühjahrsmeisterschaft nicht mehr zum Titel. Doch es gab keine entäuschten Gesichter beim DFC, den man wußte, man ist auf dem richtigen Weg, für die Zukunft.

Auflösung der 2. Frauenliga Süd

Durch einen ÖFB - Beschluss, wurde die 2. Frauenliga Süd aufgelöst und der DFC spielt seit der Saison 2011/2012 in der 2. Liga Ost/Süd. Hier kommt es zu sehr starken Begegnungen mit Teams aus NÖ, Wien, Burgenland und der neu gegründeten Mannschaft SK Sturm Graz Damen/Stattegg. Da der DFC in dieser Liga ja kaum eine Mannschaft kannte, war es natürlich eine Herausforderung, auch hier gute Spiele zu absolvieren. Aus den Medien wusste man, die Mannschaften aus Neulengbach und dem Wiener Gebiet waren sehr spielstark. Doch mit Ende der MS erspielte man den 5. Platz und war mit der abgelaufenen Saison durchaus zufrieden. Auch die Saison 2012/2013 verlief aus sportlicher Sicht sehr gut. Man wusste nun, der DFC kann auch mit den spielstarken Wiener Mannschaften mithalten, doch mehr als der 5. Tabellenrang war am Ende wieder nicht zu holen. Nun, man wollte aber mehr. Als Ziel für 2013/2014 wollte man sich in der Tabelle weiter vorne platzieren und wenn möglich um den Aufstieg in die 1. Frauenliga mitspielen. Die Mannschaft spielte eine hervorragende Herbstsaison und lag nur 4 Punkte hinter dem Tabellenführer, ASK Erlaa. Mit Anfang der Frühjahrssaison 2014, kam dann aber der grosse Dämpfer. Einige der Spielerinnen verletzten sich, einge kamen einfach nicht zum Training oder Spiel, die nächste teilte uns mit, sie werde aus beruflichen Gründen ein Jahr pausieren usw. Aus einer gut harmonierenden Mannschaft blieben gerade 11 Spielerinnen auf die einigermassen Verlass war. Der DFC konnte die MS fertigspielen doch der Spass und Ehrgeiz war verflossen, am Ende blieb der 5. Platz. Um den Verein und den Spielerinnen die noch übrig waren eine Alternative zu geben, gab es Gespräche mit LUV Graz und es wurde ab 2014/2015 eine Spielgemeinschaft gegründet. Positiv entwickelt sich die Jugendarbeit beim DFC, hier wachsen einige Talente, mit Blick auf die Zukunft, sicher sehr positiv.

 

 

 

Titel und Erfolgen
 

* 2 x Österreichischer Meister: 1986, 1987

* 2 x Meister 2. Division Süd: 2004, 2006

* 3 x Österreichischer Cupfinalist: 1987, 1990, 2000

* 1 x Semifinale ÖFB-Cup: 2001

* 1 x Viertelfinale ÖFB-Cup: 2003